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E-Konzept

Seit Langem ist bekannt und wissenschaftlich belegt, dass Kinder in den vergangenen 20 Jahren zunehmend früher mit dem Erlernen eines Musikinstruments beginnen. Infolgedessen ist es inzwischen gängige Praxis der Instrumentalbauer, spezielle Schülerinstrumente für die jüngsten Musikerinnen und Musiker anzubieten.

Zielsetzung des Lehrgangskonzepts

Auch wir als Bund Saarländischer Musikvereine kommen daher dem Wunsch vieler unserer Orchester nach, ein dem D-Lehrgang vorangestelltes Lehrgangskonzept anzubieten, das explizit auf die Bedürfnisse von Kindern im Grundschulalter abgestimmt ist. Die jungen Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die bereits über grundlegende Basiskompetenzen auf ihrem gewählten Instrument verfügen, werden behutsam an die Lehrgangsstruktur des BSM herangeführt. Ziel ist es, eine hohe Motivation zum Musizieren zu fördern, von der selbstverständlich auch die entsendenden Musikvereine profitieren.

Durch den Abbau von Hemmungen, das Kennenlernen anderer junger Musikerinnen und Musiker sowie der Dozenten, Betreuer und der BSM-Örtlichkeiten in Ottweiler wird frühzeitig eine Identifikation mit der Musik im Allgemeinen und dem BSM im Besonderen geschaffen. Dadurch steigt die Bereitschaft zur musikalischen Fort- und Weiterbildung nachhaltig.

Aufbau und Inhalte des E-Konzepts 

In Anlehnung an das Lehrgangskonzept des BDB (Bund Deutscher Blasmusikverbände e. V.) führen wir an zwei aufeinanderfolgenden Seminartagen das sogenannte „E-Konzept“ als natürliche Vorstufe zum D-Lehrgang durch. Dabei lernen die Kinder auf kreative und altersgerechte Weise die Besonderheiten ihres Instruments kennen und erleben Musik über verschiedene Zugangswege – ganz nach dem Motto: Musik verstehen, spüren und selbst praktisch erleben.

Entsprechend wechseln sich Instrumental- und Theorieunterricht mit Rhythmus- und Choraktivitäten in kurzen Unterrichtseinheiten ab, um ein abwechslungsreiches und kurzweiliges Lehrgangsprogramm zu gewährleisten. Am Abend sind gemeinsame Spiele zum Kennenlernen sowie zur Förderung der Gruppendynamik vorgesehen.

 

Betreuung und pädagogisches Konzept

Ein motiviertes Dozenten- und Betreuerteam, das speziell für die besonderen Anforderungen dieser Altersgruppe ausgebildet ist (z. B. Instrumentalpädagogen, Grundschullehrkräfte und Erzieherinnen und Erzieher mit musischem Schwerpunkt), steht den Kindern während des gesamten Lehrgangs mit Rat und Tat zur Seite.

Zusätzlich sorgt der Einsatz einer Förderschullehrerin dafür, dass im Rahmen der Binnendifferenzierung kein Kind zurückgelassen wird und alle Teilnehmenden die bewusst niedrigschwelligen Anforderungen erfüllen können. Dem trägt auch die Lehrgangsstruktur Rechnung: Der Lehrgang schließt nicht mit einer Prüfung ab. Stattdessen erhalten die Kinder zur Motivation eine Urkunde und haben die Möglichkeit, ihr Können im Rahmen eines gemeinsamen Abschlussspiels zu präsentieren.

Teilnahme und Platzvergabe

Der Lehrgang kann grundsätzlich mehrfach besucht werden. Vorrangig berücksichtigt werden jedoch stets diejenigen Kinder, die sich erstmals anmelden. Im Falle einer Überbuchung erfolgt die Platzvergabe per Losverfahren. Teilnehmende, die keinen Lehrgangsplatz erhalten, werden auf einer Warteliste geführt und beim nächsten Lehrgang bevorzugt berücksichtigt. 

Die D-Lehrgänge (Jungbläserlehrgänge) des BSM

Die D-Qualifikation ist seit dem Jahr 1977 ein bewährtes Ausbildungs- und Prüfungssystem des Bundes Deutscher Blasmusikverbände (BDB). Sie dient der fundierten musikalischen Aus- und Weiterbildung von Jung- und Erwachsenenbläserinnen und -bläsern und stellt einen wichtigen Baustein der Nachwuchs- und Leistungsförderung dar.

Aufbau und Besonderheiten der D-Prüfungen

Die D-Prüfungen bestehen aus einem theoretischen und praktischen Teil und zeichnen sich durch ihre flexiblen Abnahmemöglichkeiten aus. Dazu gehören die Option zur Wiederholung, eine gründliche Vorbereitung durch vorgeschaltete D-Lehrgänge sowie die Möglichkeit, aus verschiedenen Prüfungsterminen zu wählen. Die Anmeldung zur Prüfung erfolgt über den Bundesjugendleiter, der die Meldung an die Geschäftsstelle weiterleitet.

Der Weg zum Bestehen der D-Prüfung erfordert Engagement und Ausdauer, stellt jedoch sowohl musikalisch als auch persönlich eine große Bereicherung dar. Neben der fachlichen Weiterentwicklung profitieren die Teilnehmenden vom Austausch mit Gleichgesinnten, wodurch häufig neue Freundschaften entstehen – auch über den eigenen Musikverein hinaus.

Lehrkräfte und pädagogisches Konzept

Für Lehrgänge und Prüfungen stehen ausschließlich erfahrene Lehrkräfte, Instrumentalpädagogen, Orchestermusiker sowie Dirigenten zur Verfügung. Dabei stehen stets die individuellen Fähigkeiten und Kenntnisse der Teilnehmenden im Mittelpunkt.

Seit dem Jahr 2025 arbeitet ein Team aus Schulmusikern gemeinsam mit dem Bundesjugendleiter daran, die D-Lehrgänge behutsam inhaltlich, strukturell und didaktisch an aktuelle Gegebenheiten anzupassen. Der Unterricht ist konsequent kompetenzorientiert und stellt die Lernenden in den Mittelpunkt.

Durch den gezielten Einsatz einer Förderschullehrerin, insbesondere im D1-Bereich, ist bei Bedarf eine innere Differenzierung möglich, um allen Interessierten eine erfolgreiche Teilnahme zu ermöglichen. 

Prüfungsinhalte und Materialien

Im Jahr 2002 hat der BSM die Urheberrechte an den Prüfungs- und Vortragsstücken für die D-Prüfungen erworben. Diese werden den Teilnehmenden der Jungbläserlehrgänge kostenlos in digitaler Form (Abruf über die Internetseite oder per E-Mail) zur Verfügung gestellt.

Die D-Prüfungsordnung regelt die Modalitäten der Prüfungen und kann bei der BSM-Geschäftsstelle angefordert werden.
Im Zuge der Überarbeitung seit 2025 wurden auch die Prüfungen der Stufen D1 bis D3 angepasst, insbesondere im Hinblick auf die Aufgabenstellungen. Die hohen Qualitätsstandards bleiben dabei uneingeschränkt erhalten.

Lehrgangsplätze und Zulassungsverfahren

Die Nachfrage nach Lehrgangsplätzen kann das Angebot übersteigen, sodass es vereinzelt zu Wartezeiten, insbesondere im D1-Bereich, kommen kann. Bei Überbuchung werden zunächst D3- und D2-Kandidatinnen und -Kandidaten zugelassen, um eine zeitnahe Fortführung begonnener Ausbildungswege zu gewährleisten. Im D1-Bereich erfolgt die Zulassung gegebenenfalls über ein Losverfahren.

Interessierte, die keinen Platz zum gewünschten Termin erhalten, werden auf eine Warteliste gesetzt und beim nächstmöglichen Lehrgang bevorzugt berücksichtigt.

Teilnahme, Übernachtung und Zielgruppen

Für Kinder und Jugendliche ist die Übernachtung am Lehrgangsort integraler Bestandteil des Lehrgangskonzeptes. Sie trägt wesentlich zur Stärkung des musikalischen Gemeinschaftsgefühls und des Zusammenhalts bei.

Auch interessierte Erwachsene sind herzlich eingeladen, sich im Rahmen eines D-Lehrgangs weiterzubilden. Eine Teilnahme ist hier auch als Tagesgast möglich.

Koordinierung der Instrumentalausbildung

Bitte informieren Sie sich frühzeitig über die D-Konzepte des BSM und die Prüfungsanforderungen. Es wäre wünschenswert, wenn die Vorbereitung auf eine D-Prüfung nicht ausschließlich in fünftägigen Jungbläserlehrgängen erfolgen müsste.

Stattdessen sollte die Ausbildung in der Musikschule, bei Privatmusikerziehern oder im Verein Hand in Hand gehen und gut abgestimmt sein.

Die Vorteile:

  • Ein einheitliches Ziel für Schüler, Eltern, Musikschule, Musikverein und BSM.
  • Ein größerer zeitlicher Rahmen für bessere Entwicklungsmöglichkeiten.
  • Berührung mit verschiedenen musikalischen Bereichen neben dem Instrumentalunterricht.
  • Motivationsmöglichkeiten für Schüler und Lehrer.
  • Ein überschaubarer und berechenbarer Ausbildungsgang zum Vorteil aller Beteiligten.

Überblick über die D-Lehrgänge

D1-Lehrgang

Nach etwa drei Jahren Instrumentalunterricht und einem D1-Lehrgang bei einem Musikkreis sollte ein aufstrebender Musiker bereit sein, sich der D1-Prüfung zu stellen. Theoretisch und praktisch sollten sie sich intensiv auf einem Jungbläser-Lehrgang vorbereiten, bei dem das instrumentenbezogene Heft mit den Prüfungsanforderungen kostenlos ausgehändigt wird.

D1-Vorbereitungslehrgänge bieten alle Musikkreise über das Jahr in den verschiedenen Schulferien an. Bitte dazu die entsprechenden Ankündigungen auf der Webseite und in den Druckunterlagen beachten.

D2-Lehrgang

Nach weiteren zwei Jahren Unterricht und einem D2-Lehrgang in den Oster- oder Herbstferien in der Landesakademie für musisch-kulturelle Bildung in Ottweiler kann der Schüler die zweite Hürde nehmen und sich zur D2-Prüfung anmelden.

Die D2-Vorbereitungslehrgänge finden nur auf Landesebene in den Oster- und Herbstferien in der Landesakademie Ottweiler statt.

D3-Lehrgang

Nach gründlicher Vorbereitung folgt die Anmeldung zum D3-Lehrgang, ebenfalls in Ottweiler während der Oster- und Herbstferien. Beim D3-Lehrgang entscheidet der Musiklehrer, ob der Schüler die nötige Reife für D3 besitzt. Leider erreichen nur etwa 10 % der D1-Leistungsträger das D3-Leistungsabzeichen.

Die D3-Vorbereitungslehrgänge finden nur auf Landesebene in den Oster- und Herbstferien in der Landesakademie Ottweiler statt.